Des Bespannen oder Besaiten von Schlägern (Tennis, Squash, Badminton) ist zwar nicht besonders schwierig, wenn man auf die Qualität der Bespannung, und in diesem Zusammenhang vor allem auf die richtige Bespannungshärte, nicht so großen Wert legt. Will man einen Tennisschläger jedoch sauber, saitenschonend und gemäß der Bespannungsvroschrift bespannen, sollte man doch einige wichtige Punkte beachten. Beim guten Bespannen eines Schlägers kommt es vor allem auf viel praktische Erfahrung an.Hier die wichtigsten Tipps zum Schläger bespannen:
Bespannanleitung lesen: Jeder Schläger wird entsprechend der Herstellervorgaben anders bespannt. Die Anzahl der Längs- und Quersaiten ist unterschiedlich, und auch die Löcher im Rahmen sind von Schläger zu Schläger verschieden. Nicht nur aus Gewährleistungsgründen im Schadensfall sollte man den Schläger gemäß den Herstellervorgaben richtig besaiten, sondern auch um das richtige Saitenmuster des Schlägers zu kennen.

Den Rahmen auf Beschädigungen prüfen: Beim Bespannen eines Tennisschlägers, muss der Besaiter sehr vorsichtig vorgehen, weil durch falsches Bespannen der Schläger beschädigt werden und kaputt gehen kann. Im schlimmsten Fall bricht der Rahmen. Aus diesem Grund sollte man immer vor dem Bespannen des Schlägers, den Rahmen genau auf Risse, Brüche oder sonstige Beschädigungen untersuchen.
Ösen des Rahmens prüfen: Nicht nur ein beschädigter Rahmen, sondern auch kaputte Ösen im Rahmen für die Führung des Saiten, können die Bespannung schädigen. Oft kommt es vor, dass diese Ösen durch Rahmenschläge brechen, und an der bruchstelle scharfe Kanten entstehen. Die kaputten Ösen können bei einem weiteren Schlag im Rahmenbereich die Saite auch im ganz neuen Zustand schnell abscheren. Ein Indiz dafür sind ganz am Rand gerissenen Saiten. Aus diesem Grund sollte man immer die Ösen vor dem Bespannen genau prüfen. Gegebenenfalls sollte man das Ösenband des Schlägers auswechseln.
Schläger von innen nach außen bespannen: Da beim Bespannen des Schlägers auch trotz des Fixierens des Rahmens in der Bespannmaschine große Kräfte durch vergleichsweise hohe Zuggewichte auf den Rahmen einwirken, sollte man den Schläger beim Beginn des Bespannvorgangs mit den Längssaiten, nicht erst alle Längssaiten auf die eine Seite und dann alle Längssaiten auf die andere Seite bespannen, sondern erst jeweils auf beide Seiten die ersten inneren drei oder vier Längssaiten. Dadurch errreicht man eine gleichmäßigere Verteilung der Zugkräfte auf den Rahmen, und kann den Schläger insgesamt schonender bespannen.
Haltezangen immer an die Saitendicke anpassen: Da man nicht immer die gleiche Saite bespannt, und die verschiedenen Saiten auch oft unterschiedliche Durchmesser haben, muss man die Haltekraft der Zangen auch immer an die Saitendicke anpassen. Man übersieht sehr schnell, dass man bei einer 1,40 mm dicken Saite die Haltezange etwas weiter öffnen muss, weil man vorher vielleicht eine 1,20 mm Saite bespannt hat. Tut man das nicht wird die Saite gequetscht, und somit beschädigt. Ist die Zange zu weit eingestellt, rutscht die Saite durch, und die Bespannungshärte wird nicht erreicht.
Saiten vor dem Bespannen vordehnen: Bei manchen Saiten ist es besonders wichtig, diese vor dem Bespannen vorzudehnen. Dies ist vor allem bei Naturdarm-Saiten sehr wichtig. Der Grund liegt darin, dass aufgrund der Struktur der jeweiligen Saiten ein Vordehnen unerlässlich ist, da die Saiten sich beim Bespannen dehnen, aber nicht mehr in die Ursprungslänge zurückkehren. Das heißt, unterm Strich erreicht man nicht die gewünschte Bespannungshärte, die Saite ist stumpf, und hat keine Spannungsstabiltät.
Saitenschonend bespannen: Dazu gehört das vorher angesprochene Einstellen der Haltzangen auf die Saitendicke, ein Knicken der Saiten sollte auf jeden Fall vermieden werden, vor allem bei Naturdarm, und man sollte bei den Quersaiten "easy weave" bespannen. Das heißt, beim Einfädeln der Quersaiten müssen diese immer einen besonders "langen" und "eckigen" Weg durch die gespannten Längssaiten nehmen, so dass hierbei vergleichsweise viel Reibung entsteht, und somit die Längssaiten schon beim Bespannen beschädigt werden. Dies kann vermieden werden, wenn man nach der letzten gespannten Quersaite nicht nur eine weitere Saite durchzieht, sondern gleich eine zweite Quersaite hinterher. Diese zweite Quersaite läuft aber in dem selben "Weg durch die Längssaiten" wie die letzte gespannte Quersaite. Das heißt, diese Quersaite nimmt den "kurzen Weg" durch die Längssaiten. Außerdem sollte man versuchen, diese zweite Quersaitein einem möglichst großen Abstand zur letzte, noch nicht gespannten Quersaite einfädeln, damit diese Saite möglichst ohne Reibung und somit saitenschonend durch die Längssaiten läuft.
Möglichst nie an den Längssaiten abknoten: Wenn man eine Längssaite abknotet, kann man am meisten an Bespannungshärte verlieren. Man sollte zwar die letzte Längssaite aus diesem Grund etwa 2 oder 3 Kilo härter bespannen, aber man kann es auch ganz vermeiden, dass man eine Längssaite abknoten muss. Dies erreicht man, indem man auf der kurzen Seite des Schlägers nicht nur die benötigte Anzahl der Längssaiten einrechnet, sondern noch zusätzlich zwei Quersaiten mit einrechnet. Damit zieht man nach der letzten Längssaite der kurzen Seite noch zwei Quersaiten ein, und knotet somit dort ab.
Auf sauberes Werkzeug achten: Am wichtigsten ist es, dass die Bespannmaschine wirklich geeicht ist, und man sich sicher sein kann, dass die Maschine auch die gewünschte Bespannungshärte bringt. Dies sollte man immer wieder mit einer Zugwaage kontrollieren. Außerdem sollte man immer darauf achten, dass die Haltezangen an den Kontaktflächen sauber und fettfrei sind, damit die Saite nicht durchrutschen kann.
Nie das Ende der Saite loslassen: Kein zwingendes Muss, aber ein Tipp zum schnelleren Bespannen eines Schlägers und auch zum schonenderen Besaiten. Wenn man nach jedem Anziehen der Saite erst immer wieder das losgelassene Ende der Saite suchen muss, verliert man nicht nur viel Zeit, sondern die Saite kann sich auch immer wieder neu verdrehen, verkringeln, oder Knoten schlagen. Wenn man sich aber angewöhnt das Saitenende immer in der Hand zu halten, dann kann man dies vermeiden, und bespannt somit nicht nur schneller, sondern auch saitenschonender.
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