Durch das Spielen mit dem Tennisschläger, Squashschläger oder Badmintonschläger wird die Saite durch den ständigen Ballkontakt beim Schlag stark beansprucht. Besonders bei einem Tennisschläger treten große Reibungskräfte an der Saite beim Ballkontakt auf. Die logische Folge ist, dass die Bespannung einem ständigen Verschleiß unterliegt. Dieser Verschleiß äußert sich durch das Nachlassen der Bespannungshärte und durch ein Durchscheuern der Saite an den Kreuzungspunkten der Quer- und Längssaiten.| << Warum muss man Saiten vordehnen? | stringerblog.de sucht Selbstbesaiter und Spieler und deren Erfahrungen >> |
Jede Saiter verschleißt mit jedem Schlag

Mit jedem Schlag wird die Saite immer wieder entwas gedehnt, weil die Kraft des ankommenden Balls im Treffmoment so groß ist, dass die Tennissaite eingedrückt und gespannt, wird, und der Ball somit mit einem Trampolineffekt wieder aus der Bespannung herausgeschleudert wird. Durch diese Beanspruchung der Saite im Treffmoment verschleißt die Bespannung. Wie auf dem Bild rechts zu sehen ist, wurde durch die entstehende Reibung beim Schlag der Filz der Balloberfläche regelrecht in die Saite hineingebrannt.
Zwei Verschleißeffekte der Bespannung
1.) Die Bespannungshärte
Es treten dabei zwei Effekte auf, die sich auf die Bespannung auswirken. Zum einen verliert die Saite ihre ursprungliche Bespannungshärte, weil die Saite mit jedem Schlag oder Ballkontakt immer wieder minimal gedehnt wird. Durch die sich verringernde Bespannungshärte verliert der Schläger seine Spieleigenschaften, und der Schläger ist irgendwann nicht mehr spielbar. Einen gewissen Spannungsverlust hat jeder Schläger sogar auch durch das bloße Liegenlassen des Schlägers ohne dass man dabei überhaupt mit ihm gespielt hat. Also sollte man einen frisch bespannten Schläger auf jeden Fall möglichst bald spielen, damit man als Spieler möglichst lange in den Genuss der ursprünglich gewollten Bespannungshärte und Spieleigenschaften des Schlägers kommt.
2. Die Saitendicke

Mit dem jedem Schlag wirken durch den Ballkontakt vergleichsweise hohe Reibungskräfte auf die Saite. Vor allem bei Topspielern und Hardhittern muss die Saite ganz schon leiden. Die kritischen Punkte mit dem höchsten Verschleiß durch diese Reibungskräfte sind die Kreuzungspunkte der Saite. Jeder Tennisspieler hat schon an seinem eigenen Tennisschläger beobachtet, dass sich die Längssaiten vor allem beim Topspin immer verschieben. Dabei werden die Langssaiten an der Quersaiten immer etwas weiter durchgerieben. Wie auf dem Bild zu sehen ist, kann dieser Reibeeffekt die Längssaiten fast bis etwa die Hälfte der Saitendicke durchreiben. Die Folge ist natürlich, dass die Saite irgendwann durchgescheuert wird und reisst.
Beide oben beschriebenen Abnutzungseffekte tragen dazu bei, dass die Saite früher oder später reissen wird, oder besser auch vorher einfach rausgeschnitten wird, und der Schläger frisch bespannt wird. Die Tennissaite ist ein Verschleißartikel. Und man sollte relativ genau über den Zustand seiner Saite Bescheid wissen, um zu wissen wie es um die Spieleigenschaften des Schlägers steht, und wann die Saite reissen wird. Durch eine optische Prüfung kann man feststellen, wie sehr die Oberfläche der Saite schon aufgerauht und in Mitleidenschaft gezogen wurde. Je mehr von Filzhaaren des Tennisballs an der Saite kleben, umso mehr ist dies ein Zeichen für den Saitenverschleiß. Um die fortschreitende Einkerbung der Längssaiten durch die Quersaiten zu prüfen, braucht man nur die Kreuzungspunkte möglichst im Sweetspot oder der Mitte der Tennisbesaitung etwas verrutschen und mit dem Fingernagel des Daumens über den Kreuzungspunkt drüberfahren. Dadurch kann man am besten die Tiefe einer möglichen Einkerbung bzw. Beschädigung der Längssaiten prüfen bzw. "erfühlen".
Hat man sich ein Bild über den Zustand der Bespannung gemacht, sollte man auch entsprechend handeln, und im Zweifelsfall den Schläger lieber neu besaiten lassen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn die Bespannung in einem wichtigen Match reisst, und man hat keinen gleichwertigen Ersatzschläger. Als Faustregel gilt für Hobbyspieler, dass man seinen Tennisschläger so oft im Jahr neu besaiten lassen sollte, wie man Stunden in der Woche tennis spielt.
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