Egal ob man Tennisspieler, Squasher oder Badmintonspieler ist, man muss seinen Schläger pflegen, weil dieser durch das Spielen einem natürlichen Verschleiß unterliegt. In diesem Zusammenhang unterliegt vor allem die Saite / Bespannung des Schlägers einer besonders großen Belastung. So ist es nicht unüblich, dass die Bespannung des Schlägers mit der Zeit reisst, oder aber zumindest durch den Gebrauch des Schlägers ihre Spieleigenschaften stark einbüßt.| << Welche Bedeutung hat der DT-Wert (Dynamic Tension / dynamische Härte) für eine Schlägerbespannung? | Tipps zum Schläger bespannen >> |
Wenn der Saite des Tennisschlägers gerissen ist, muss der Schläger neu bespannt werden. Meist bringen Hobbyspieler ihren Schläger ins Sportgeschäft und lassen dort den Schläger neu besaiten. Für manchen Tennisspieler, der einen hohen Saitenverschleiß hat, ist das Selbstbespannen des Schlägers die logische Konsequenz. Man benötigt dazu eine vernünftige Besaitungsmaschine, seine bevorzugte Saite, des nötige Werkzeug und etwas Know-How.
Das Bespannen eines Tennisschlägers ist im Grunde keine Wissenschaft und kein großes Geheimnis, allerdings sollte man sich dazu schon einiges an Wissen angeeignet haben, da man mehrere Dinge beachten sollte, und auch einige grundlegende Fehler machen kann. Im schlimmsten Fall ist nicht nur die Bespannungshärte falsch, und der Schläger nicht gut spielbar, sondern es auch möglich, dass man durch Fehler beim Bespannen den Schläger beschädigen kann. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle eine kleine Bespannanleitung gegeben werden.
Bespannanleitung eines Tennisschlägers
Bespannanleitung des Tennisschlägers beachten: Bevor man überhaupt mit dem Bespannen des Schlägers anfängt, sollte man sich erst über die Bespannunsganleitung des Schlägers informieren. Wie viele Längssaiten hat der Tennisschläger? Welche Bespannungshärte ist vorgeschrieben, bzw. möglich? Gibt es Besonderheiten beim Bespannen des
Schlägers? Welche Saitenlänge benötige ich? Wird der Schläger mit 2 oder 4 Knoten bespannt?
Alte Saite herausschneiden: Bevor man mit dem Bespannen des Schlägers beginnen kann, muss erst die Saite aus dem Schläger herausgeschnitten werden. Dies sollte um so eher geschehen, wenn die Saite gerissen ist, um einseitige Belastungen bis hin zu größeren Schäden am Schlägerrahmen zu vermeiden. Am besten schneidet man nicht erst alle Längssaiten, oder nicht erst alle Quersaiten auf einmal heraus, da sonst der Rahmen durch die entstehenden, extrem einseitigen Belastungen brechen könnte. Aus diesem Grund sollte die alte Saite mit einer stabilen Schere diagonal aus dem Schläger herausgeschnitten werden, weil dadurch automatisch Quer- und Längssaiten abwechselnd durchschnitten werden.
Neue Saite ausmessen und gegebenenfalls vordehnen: Entsprechend der Bespannanleitung und der Schlägergröße muss die neue Saite ausgemessen und abgeschnitten werden. Hierbei sollte man unbedingt auch den Überstand der Saite an beiden Enden für die Endknoten mit einrechnen.
Schläger in die Maschine sauber einspannen: Damit man den Schläger sauber, in der gewünschten Härte, und vor allem auch schonend bespannen kann, muss der Rahmen sehr gut in der Bespannmaschine fixiert werden. Man sollte den Schläger auf jeden Fall immer an 6 Punkten in der Maschine fixieren. Hierbei ist vor allem darauf zu achten, dass keine Löcher durch die Fixierungen verdeckt werden.
Funktionelles Werkzeug vorbereiten: Um sauber bespannen zu können, und vor allem auch die exakte Bespannungshärte zu erzielen, braucht man wirklich gutes Werkzeug. Hier sind vor allem die Haltezangen besonders wichtig. Diese sollten zum einen ein Durchrutschen der Saite vermeiden, aber andererseits die Saite auch nicht zerquetschen. Man sollte also die Haltezangen dementsprechend genau auf die Saitendicke einstellen, und die Kontaktflächen der Haltezangen sollten absolut fettfrei sein, und dementsprechend häufig gereinigt werden. In diesem Zusammenhang ist natürlich auch der einwandfreie Zusatnd der Bespannmaschine zu erwähnen, und hierbei vor allem, dass die Maschine bezüglich des Zuggewichtes genau geeicht ist. Man sollte immer wieder das Zuggewicht der Bespannmaschine durch eine Zugwaage prüfen.
Bespannungshärte an der Bespannmaschine einstellen: Einfach, aber dennoch um so wichtiger. Je nach Bespannmaschine sollte man auch immer wieder das effektive Zuggeweicht des Gerätes mit einer Zugwaage nachkontrollieren und gegebenenfalls neu justieren.
"Kurze Seite" bei den Längssaiten ausmessen und dabei die neue Saite einziehen: Der eigentliche Bespannvorgang beginnt mit dem Einfädeln der ersten Längssaite in einem Mittelloch des Schlägerrahmens. Dabei wird je nach Anzahl der Längssaiten zur "kurzen Seite" die Länge der benötigten Saite ausgemessen.

Beginn des Bespannvorgangs mit den Längssaiten: Nachdem die Saite zu Beginn des Bespannvorgangs richtig im Rahmen eingefädelt werde, und die Länge der Saite zur kurzen Seite der Längssaiten hin ausgemessen wurde, wird die Saite mit einer Haltezange fixiert, und das freie Ende der kurzen Saite in die nächste Längssaite eingefädelt. Es sind nun also zwei lockere Längssaiten in der Rahmenmitte eingefädelt, und die lange Seite ist fixiert. Das freie Ende der kurzen Saite wird in den Zugmechanismus der Bespannmaschine eingespannt, und angezogen. Ist die gewünschte Zughärte dieser Saite erreicht, wird dieses Ende mit einer zweiten Haltezange auch fixiert. Nun kann man den Zugmechanismus der Maschine wieder lockern, das kurze Ende ist wieder frei, um es nun in die Löcher der benachbarten Längssaite einzuziehen und wieder zu spannen. Um den Rahmen mit den Längssaiten nicht einseitig zu belasten, spannt man zur kurzen Seite erst die Hälfte der Längssaiten, und danach erst die Hälfte der Längssaiten der langen Seite. Je nach Anzahl der der gesamten Längssaiten (16 oder 18) bespannt man also erst die Längssaiten zu jeweils einem Viertel "aus der Mitte heraus", um dann die restlichen Längssaiten auf der kurzen Seite einzuspannen und das kurze Ende abzuknoten.
Längssaiten von innen nach außen bespannen: Die Längssaiten werden also nicht von der einen Seite des Rahmens zur anderen bespannt, sondern immer von innen nach außen. Dies dient vor allem der Schonung des Rahmens.
Nach den Längssaiten kommen die Quersaiten: Jeder Tennisschläger wird immer zuerst mit den Längssaiten bespannt. Danach kommen die Quersaiten.
Quersaiten von oben nach unten bespannen: Grundsätzlich sollte man jeden Tennisschläger immer von oben nach unten, als vom Schlägerkopf zum Schlägerherz bespannen. Dies dient dazu den Rahmen beim Bespannen zu schonen, und ist von vielen Herstellerfirmen sogar in deren Bespannungsanleitungen vorgeschrieben. Dies ist vor allem für die Gewährleistung wichtig. Je nach Schlägermodell und Bespannungsvorschrift ist es aber immer wieder nicht möglich den Schläger so zu bespannen, das man nach den Längssaiten mit den Quersaiten vom Schlägerkopf her beginnen kann. Für diesen Fall ist entweder die Bespannungsmethode "Around the World" möglich, oder man muss mit 4 Knoten arbeiten. Das heißt, man muss den Schläger mit einer kürzeren einzelnen Saite für die Längssaiten bespannen, und braucht dann ein zweites Saitenstück für die Quersaiten. Genauso wird es beispielsweise immer bei Hybrid-Bespannungen gemacht.

Die Around-the-World-Methode: Bei dieser Methode werden die Quersaiten nicht nach der letzten Längssaite begonnen, sondern man beginnt nach der vorletzten Längssaite, also wenn man mit dieser Längssaite am Schlägerkopf ist, gleich mit der ersten Quersaite. Man lässt die letzte Längssaite also aus, und bespannt diese dann, wenn man mit den Quersaiten wieder ganz unten angekommen ist, macht nach der letzten Quersaite die noch fehlende Längssaite.
Saiten immer sauber spannen, und vor allem sauber fixieren: Beim Spannvorgang der Saiten muss man darauf achten, dass die Saite je nach Art der Bespannmaschine nicht durch das Haltesystem durchrutscht. Außerdem ist es wichtig, dass die Saite immer den kürzesten Weg durch den Rahmen, bzw. von Öse zu Öse nimmt. Läuft die Saite etwas gekrümmt durch das Besaitungsbild, dann wird die Bespannungshärte zu gering. Außerdem ist vor allem auf eine saubere Fixierung der gespannten Saiten mit den Haltezangen zu achten, da die Saite sonst schnell mal etwas durchrutschen kann.
Nie zwei Saiten auf einmal spannen: Was gerne immer wieder gemacht wird, dass man aus Zeitgründen zwei Saiten auf einmal spannt. Dies ist wie gesagt sicher eine Möglichkeit den Schläger schneller zu bespannen, aber das Ergbenis wird sicher nichts mehr mit der gewünschten Bespannungshärte haben. Man muss also unbedingt jede Saite auch wirklich einzeln spannen.
Immer saitenschonend bespannen: Die Haltbarkeit der Bespannung hängt nicht nur von der Art und Weise der Schläge ab, oder auf welchem Belag man spielt, sondern auch der Bespanner hat einen Einfluss darauf. Aus diesem Grund sollte man immer siatenschonend bespannen. Gemeint ist damit, dass man gerade bei den Quersaiten darauf achten sollte nach der "easy weave"-Methode zu bespannen. Grund: zieht man die Quersaiten zu schnell durch die schon eingespannten Längssaiten, entsteht vor allem bei strukturierten Tennissaiten viel Reibung, und die Längssaiten werden beschädigt, bzw. es wird eine Kerbe in die Längssaite geschliffen. Damit wird die Haltbarkeit der Bespannung verkürzt.
Quersaiten immer sauber geraderichten: Idealerweise richtet man nach jeder Quersaite diese auch wieder mit einer entsprechenden Ahle gerade damit man die darauffolgende Quersaite wieder optimal, und vor allem auf dem kürzesten Weg einziehen kann. Tut man das nicht, müssen die Quersaiten einen längeren Weg durch den Schläger nehmen, und die Bespannungshärte wird wieder ungenau, bzw. zu weich.
Welchen Knoten verwende ich am besten?: Beim Abkonten der Bespannung sollte man darauf achten, dass man den Knoten ganz eng an die Öse bindet, das freie Reststück des Knoten zwar kurz (sonst besteht Verletzungsgefahr), aber nicht zu kurz abschneidet, das es sonst sein könnte, dass der Knoten wieder aufgeht. Das freie reststück des Knotens sollte möglichst ganz nah am Schläegrrahmen sein.
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